Der Künstler
Steve MacLallan

The politics of being slow

Steve MacLallan wurde 1957 in Paisley als Nachzügler geboren. (Im Gegensatz zu seinem zehn Jahre älteren Bruder Iain Alexander (genannt „Hoodie“) MacLallan, dessen größtes Problem im Leben darin bestand, immer zu früh dran zu sein.)
Die familiären Verhältnisse waren alles andere als glücklich: Die Mutter verbrachte ihre Zeit damit, die Bibel zu lesen und ihren Mann und ihre Kinder zu schlagen. Der Vater war ein trinkfester Schneider, der Hemden mit Paisleymuster und hohen Kragen herstellte, die damals nicht sehr beliebt waren. Er war der Mode um Jahre voraus. Etwas, das später alles prägen sollte, was der ältere Bruder Iain MacLallan in seinem Leben tun würde.

Über Steves frühe Jahre ist wenig bekannt, außer dass er über das Leben seines Bruders recherchierte, der mit vierzehn Jahren die Familie verließ, um in Schottland eine Ausbildung zum Koch zu beginnen (eine seltsame Idee in einem Land, dessen Küche nur für Gerichte wie Porridge oder Haggis bekannt war). Er wollte so den täglichen Schlägen seiner Mutter entkommen. Die Kinder wurden hauptsächlich tagsüber geschlagen, bis ihr Vater von der Arbeit nach Hause kam. Abends fing die Mutter an, ihren Mann zu schlagen. Das ergab überhaupt keinen Sinn, da er zu dieser Zeit normalerweise betrunken war.

Steve hatte mehr Glück, denn seine Mutter war nach der späten Geburt geschwächt. Es verstand niemand, wie es überhaupt zu dieser Schwangerschaft und der Geburt von Steve kommen konnte. Hauptsächlich war er in dieser Lebensphase damit beschäftigt, die fast ununterbrochenen Bibelstudien seiner Mutter zu ertragen. Aber zum Glück keine Schläge.
So begann er, die Welt von seinem Wohnort aus zu beobachten. Und die Welt bestand in seinem Alter mehr oder weniger aus seinem Bruder. Das erklärt vielleicht, warum er sich so sehr für das Leben seines Bruders interessierte, dass später der Roman „Into the great white open“ daraus entstehen musste.

Steve sah sich seit seinem fünften Lebensjahr als Konzeptkünstler. Aus seiner frühen Schaffensphase ist nur wenig erhalten. Jedoch greift er von Zeit zu Zeit auf frühere Arbeiten zurück, um sie seinem heutigen Begriff von Kunst anzupassen. Wie ein Echo aus früher Jugend verschafft sich so das Konzept Macht über frühere künstlerische Tätigkeit. Das Konzept zermalmt sozusagen alles, was bei wohlwollender Betrachtung als Kunst durchgegangen wäre.

Zeit seines Lebens widmete er sich intensiv der Erforschung des Schicksals seines Bruders. Erst mit 60 Jahren begann Steve zu malen. Viele seiner Werke wurden von den Erkenntnissen über seinen Bruder beeinflusst. Lange Zeit verbrachte er damit, den Spuren seines Bruders zu folgen. Schließlich strandete er in Norddeutschland, wo er seitdem in der Einöde der Elbtalaue lebt.

Obwohl er kein Muttersprachler ist, arbeitet er hauptsächlich mit deutscher Sprache. Der Grund dafür ist seine feste Überzeugung: „Die beste Voraussetzung für Erkenntnis ist Unwissenheit.“ Einer der Gründe dafür, dass die meisten seiner Gemälde auf Deutsch gemalt sind. Ein weiteres Zitat von ihm dazu: „Geh mit dem um, was du nicht kennst! Nichtverstehen ist ein starker Impuls, weiterzumachen.“

Mehr über Steve MacLallan und sein künstlerisches Werk finden Sie auf www.stevemaclallan.com

Bilder (Preise auf Anfrage)

WACHend
2021,
Dispersion auf Holz

64 x 41 cm

2021, Dispersion auf Holz 64 x 41 cm

LEBend
2021,
Dispersion auf Holz

64 x 41 cm

2021, Dispersion auf Holz 64 x 41 cm

SCHLAFend
2021,
Dispersion auf Holz

64 x 41 cm

EKELPAKETBAND
2019,
Dispersion auf Sisalschnüren sisal

80 x 47 cm

RADIERGUMMIBAERCHEN
2021,
Dispersion auf Holz

120 x 80 cm

NOTSTANDPUNKT (Serie 3 von 4)
1982/2023,
Siebdruck/Dispersion/Buntstift/Tinte auf Papier

59 x 42 cm

VORBEISCHLAF
2023,
Dispersion auf Holz

123 x 150 cm

VERGESSEN – erinnern
2020,
Dispersion auf Holz

52 x 93 cm

AFRIKARIKATUR (Serie 1 von 4)
1985/2023,
Siebdruck/Dispersion/Tinte auf Papier

50 x 60 cm

AVATARZAN (Serie 2 von 4)
1985/2023,
Siebdruck/Dispersion/Tinte auf Papier

50 x 60 cm

LITERATURWALD (Serie 3 von 4)
1985/2023,
Siebdruck/Dispersion/Tinte auf Papier

50 x 60 cm

MENSCHENAFFENSCHANDE (Serie 4 von 4)
1985/2023,
Siebdruck/Dispersion/Tinte auf Papier

50 x 60 cm